Dass der Name Bosch nicht nur für Elektrogeräte und einen – wie ich zu Zeiten des Hammerheart-Magazines erleben durfte – eher mäßigen aber ambitionierten Versuch auf den Spuren Rammsteins zu wandeln steht, war mir bereits bewusst. Dass dieser Begriff im Duden des Lebens aber auch für eine Brauerei steht, war mir bis vor Kurzem noch neu. Man lernt halt nie aus, was in diesem Fall besonders den Gaumen freut.
Das Portfolio der Brauerei würde ich nach einem kurzen Überblick beinahe schon als Standard bezeichnen. Unter anderem werden ein Pils, ein Lager, ein Weizen und ein Maibock vertrieben. Daneben gibt es aus dem Hause Bosch ein paar kleine Schätzchen, wie dieses Braunbier, das nach alter Tradition und einem ebenso alten Familienrezept gebraut wird. Eben so, wie die Biere früher mit unausgesprochener Selbstverständlichkeit gebraut wurden: Mit Qualität, Herz und Leidenschaft. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass dieses romantisierte „früher“ nicht vor 50 oder 60 Jahren stattfand. Die Brauerei aus dem Kurort Bad Laasphe am Fuße des Rothaargebirges blickt bereits auf eine stolze und über 300-jährige Geschichte zurück.
Kernig und urig: Ein Bier nach alter Tradition
Die Rezeptur des traditionellen Braunbieres ist vielleicht ebenso alt wie die Brauerei selbst. Fest steht, dass es das mehrfach ausgezeichnete Bier erst seit einigen Jahren wieder in seiner ursprünglichen Form gibt und es – zum Glück – auf alte Pferde setzt. Karamelliges Malz, milder Hopfen und ein intensives, leuchtendes Kupfer sind die Werte, für die dieses Bier schon vor knapp hundert Jahren stand und auch heute wieder steht. Seine Geschichte strahl geradezu im Glas, perlt auf der Zunge und kribbelt am Gaumen.
Im Geschmack und im Charakter ist das Braunbier vor allem eines: Kernig. Ein echter Westfale, könnte man sagen. Neben leichten Spuren von Kakao-Aromen, die man bei einem Bier von dieser Farbe fast automatisch erwartet, dominiert vor allem das Malz den Geschmack. Damit einher geht eine angenehme Süffigkeit und Milde. Diese ist jedoch nicht oberflächlich, sondern steckt voller Volumen und Tiefe – auch wenn das vielleicht nach einem Widerspruch klingt. Müsste ich Punkte vergeben, würde dieses Bier mit Sicherheit abräumen.
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Alkoholgehalt: 5,0 %
