Hinter der Bremer Braumanufaktur und ihren als „Hopfenfänger“ betitelten Bieren verbirgt sich die noch ziemlich junge Idee, der auf einige wenige Brauereien reduzierten Bierlandschaft der Hansestadt Bremen ein wenig Abwechslung zu verpassen. Ein guter Plan, der schon einige trinkenswerte Biere das Licht der Welt hat erblicken lassen. Von einer echten Brauerei im klassischen Sinne ist der Betrieb von Markus Freybler jedoch noch weit entfernt, denn noch werden die Hopfenfänger-Biere in verschiedenen kleinen Manufakturen in der Umgebung gebraut.
So viel zum aufschlussreichen Hintergrundwissen rund um dieses Bierchen, welches ich mir von einem Kurztrip aus Norddeutschland mitbrachte. Das Flaschenetikett erklärt mir, dass Rotbiere in Bremen eine lange Tradition hatten – bis sie scheinbar aus irgendwelchen Gründen von der Bildfläche verschwanden. Wartet mal, Rotbier? Das kannte ich bisher eher aus Belgien oder als englisches Red Ale. Aber scheinbar gab es auch in Nürnberg eine weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Rotbier-Szene, und offensichtlich war die Biersorte auch in Bremen nicht unbekannt. Man lernt eben nie aus.
Gleich nach dem Einschenken bin ich jedoch etwas ernüchtert. So richtig rot – also im Sinne einer strahlenden Farbe – sieht das nicht aus, was ich da im Glas habe. Die Färbung des Bieres tendiert eher zu einem leicht rötlichen und recht hellem Braun, das mich rein optisch eher an ein Altbier erinnert. Geschmacklich bin ich vollkommen unvorbereitet und habe keine Ahnung, was mich erwartet. Umso mehr bin ich erfreut, dass mich der Geschmack, im Gegensatz zum Aussehen, rein gar nicht an ein Altbier erinnert. Allerhöchstens vielleicht, was die Rauchigkeit anbelangt. Viel interessanter (obwohl auch etwas schwer zu definieren) ist die Bitterkeit des Bieres. Erfrischend, aber nicht zu dominant. Raucharomatisch, aber nicht zu herb. Erst im Nachgeschmack dringt beim Hopfenfänger Rotbier die Herbe so richtig durch und sorgt noch einmal für einen Erfrischungsschub.
Alles in allem ein rundes Aroma und eine Biersorte, die ich so in Norddeutschland nicht erwartet hätte. Man sollte viel häufiger unvorbereitet in „fremdländische“ Getränkeläden stolpern und sich vom dortigen Angebot mitreißen lassen. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung – nicht nur, weil das Bier lecker schmeckt, sondern auch, weil hier eine kleine Braumanufaktur auf ihrem Weg unterstützt wird.
Zutaten: Wasser, Hefe, Malz, Hopfen
Alkoholgehalt: 5,1 %
