Asynje – Galdr

Asynje - Galdr

Ganz unauffällig wanderte vor kurzem das zweite und jüngste Album von Asynje in meinen CD-Spieler. Ein Begriff war mir die Band bisher überhaupt nicht. Ebenso wenig die anderen Projekte wie Valravn oder Virelai, in denen einige der Mitglieder tätig sind oder waren.

Da ich glücklicherweise nicht nur Metal sondern ebenso Musik ohne den Einsatz elektrischer Instrumentierung schätze, gebührt mein Dank mal wieder Thor von Trollmusic, der mir diese dänische Band schmackhaft machte. Schon das Cover-Artwork sprach mich irgendwie an, obwohl es ja andererseits auch nichts Besonderes ist. Auch wenn sie optisch so aussehen, unterscheiden sich Asynje doch ein wenig von irgendwelchen Mittelalter-Bands, obwohl sie stellenweise tatsächlich so klingen. Dieser ganze Kitsch der „normalen“ Mittelalter-Bands fehlt hier glücklicherweise komplett. Die Art der Musik ist irgendwo im skandinavischen bzw. paganen Folk angesiedelt. Nicht umsonst erinnern die Kompositionen während des Hörens immer wieder an eine Mischung aus Wardruna und aufgrund des weiblichen Gesangs auch an Kari Rueslåtten.

Das Album bietet mit seinen 12 Songs echten Abwechslungsreichtum. Hier gibt’s traurige Songs wie „Sorte ravne“, fröhliche wie „Rodra“ und meines Empfindens nach sogar fast schon ein Trinklied, welches mich jedes Mal an Asterix und Obelix erinnert: „Baldur dansur“. Schon beim ersten Hördurchgang machte es mir Spaß hier zuzuhören und daran hat sich bisher nichts geändert. Grad durch den natürlichen Klang der vielseitigen altertümlichen Instrumente kommt irgendwie eine gemütliche Stimmung auf und macht Lust auf ein Met-Bier. Die Texte sind allesamt in Dänisch verfasst und nebst eigener Inspiration zusätzlich durch die Edda und alte „Zaubersprüche“ geprägt.

Mein Anspieltipp mit einem gelungenen Spannungsaufbau ist der Track „Hr Oluf“ (der Song ist bei YouTube bis dato nur von der EP „Færd“ zu hören). Dieser erzählt von Sir Olufs Ritt durch die Wälder, auf dem Weg zu seiner Vermählung. Unterwegs begegnete er der Elfenkönigin, die ihn zu einem Tanze einlud. Diesen lehnte er ab, schwang sich wieder auf sein Pferd und ritt fort. Dies machte die Elfe so rasend, dass sie ihn mit einem Fluch belegte. Als Sir Oluf bei seiner Geliebten ankam, hatte er bereits seinen Verstand verloren und der Fluch somit seine schreckliche Kraft entfacht.