Frankreich besitzt mittlerweile eine erschreckend hohe dichte exzellenter Atmospheric-Black-Metal-Bands, und viele von ihnen sind beim Ausnahme-Label Les Acteurs de l’Ombre Productions zu Hause. Blurr Thrower bilden da keine Ausnahme. Diese Band hat es sich zum Ziel gesetzt, mit hypnotischen und intensiven Riffs den verborgenen Äther in der menschlichen Seele wiederzubeleben und taucht dabei – dem Cascadian Black Metal eng verbunden – mitunter auch in okkulte Tiefen hinab.
„Les Avatars du Vide“ ist bereits im Januar 2019 erschienen. Das schicke Digipak beherbergt die beiden überlangen Tracks „Par Delà les Aubes“ und „Silence“, die jeweils mit über 17 Minuten eine LP-Seite gut befüllen könnten.
Der erste Track beweist direkt, dass überlang nicht langweilig bedeuten muss. Abwechslungsreich und mit tatsächlich hypnotisch-schwelgerischen Riffs und zerbrechlichen Echo-Eskapaden schwelgen die Franzosen durch die Wogen ihrer Musik. Kalte, präzise und intensive Riffwände türmen sich vor dem galoppierenden Schlagzeug auf, nur um kurz darauf in fragile Einzelnoten zu zerfallen und Platz für träumerisch schöne Abgründe zu machen. Die große Kunst, dabei nicht berechnend zu wirken und ein gutes Riff nicht zu lange zu strapazieren, beherrschen Blurr Thrower aus dem Stegreif.
„Silence“ mit seiner pfeilschnellen und knochentrockenen Bass Drum macht richtig Laune. Der Song prügelt dermaßen voran, dass – bei aller Atmosphäre – deutlich wird, weshalb Black Metal immer noch eine der aggressivsten und ungestümsten Spielarten des Metals ist. Die Verbundenheit zum Cascadian Black Metal hört man Blurr Thrower unentwegt an, dabei klingen sie roher und gewalttätiger als Uada und weitaus schneller und wilder als die eher sludgigen Wolves in the Throne Room.
Über 36 Minuten unterhalten Blurr Thrower ihre Zuhörer. Den Texten in ihrer französischen Muttersprache und dem ausgefeilten Artwork messen die Musiker eine ebenso hohe Bedeutung bei, wie ihren Songs. Wer auf atmosphärischen und intensiven Black Metal steht, der sollte hier unbedingt beide Ohren riskieren.
