Deafest – Glen & Precipice

Deafest - Glen & Precipice

Bereits im April dieses Jahres wurde „Glen & Precipice“, was im übertragenen Sinne soviel wie „Tal & Abgrund“ bedeutet, von dem kleinen Label Fragile Branch veröffentlicht. Obwohl seitdem bereits einige Monate ins Land gegangen sind, hindert mich nichts daran, dieses Kleinod hier doch noch kurz vorstellen zu dürfen. Da es hierzulande eh bald Winter wird, ist etwas Schnee, wie auf dem Cover zu sehen, vielleicht gar nicht so verkehrt.

Was ich an dem Album und auch den vorherigen Deafest-Releases so schätze, ist einfach die Tatsache, mit was für einer Leidenschaft hier musiziert wird. Die Liebe zu den Bergen mit ihren Felshängen, kargen Landschaften, hohen schneeweißen Gipfeln und lebendigen Bächen findet sich in jedem einzelnen Stück wieder. Was der Hörer hier geboten bekommt, ist ehrlicher „Nature Black Metal“, würde ich sagen, wenn ich es betiteln müsste. Chase selbst bezeichnet diese Stilrichtung aber als „Rocky Mountain Black Metal“. Nun ja, solche Neubildungen von Musikgenres sind zwar nichts Neues, aber in diesem Falle irgendwie einzigartig und auch (ein)prägend.

Deafest - Glen & Precipice (Tape Version)

Tape Version

Das Album ist unterteilt in die beiden Begriffe des Titels – drei Tracks zum Thema Tal, drei Tracks zum Thema Abgrund. Insgesamt sind aber alle Songs rein instrumentaler Natur, was ich als sehr angenehm empfinde. Als Hörer hat man so die Möglichkeit, sich einzig und allein auf die Instrumentierung zu konzentrieren. Meines Erachtens nach würde Gesang auch nicht in das Gesamtkonzept passen. Die Melodien werden ausschließlich über die Gitarren (und stellenweise auch minimal über ein Klavier) erzeugt. Der Hörer wird außerdem schnell feststellen, dass die Songs zwar ähnlich klingen, aber keinesfalls monoton sind. Hierfür muss man sich einfach mal die Zeit nehmen, um jede einzelne Nuance des Albums auszuloten. Besonders durch das wunderbare Riffing, den gezielten Einsatz des Schlagzeugs und die häufigen Geschwindigkeitswechsel wird’s spannend. So als würde man auf dem Wheeler Mountain in Colorado wandern (der übrigens das Cover ziert) und nicht wissen, was einen hinter der nächsten steinigen Biegung erwartet. Nur Geröll? Ein tiefer Abhang? Oder doch nur eine vor sich hin tippelnde Bergziege?

Wie man an der Ein-Mann-Kapelle Deafest erkennen kann, ist es also nicht zwangsläufig nötig Gesang als weiteres Element zu benutzen. Die Instrumente verkörpern die Berglandschaften ohne menschliche „Kreischgesänge“ vielleicht doch am besten. Und vielleicht ist ja nun der ein oder andere Leser neugierig geworden? Nun denn, mein Anspieltipp an der Stelle lautet: „When the Mountain Crumbles“.


„Glen & Precipice“ has been already released in April this year by the small label Fragile Branch. Although some months have passed since then, nothing prevents me from introducing this little gem. Round here it is going to be winter, so it’s the right time for some snow, just like you can see on the cover.

What I really love about this album, and of course all the other releases before, is the passion within. You can feel the love for the mountains, their precipices, scraggy landscapes, highest snow-covered peaks and vivid streams in every single track. If I should give it a name, I would call it true „Nature Black Metal“ which is offered to the listener. But Chase himself entitles this style „Rocky Mountain Black Metal“. Well, those new creations of genres are nothing new so far, but this one is very unique and impressing in a strange way.

Deafest - Glen & Precipice (Tape Version)

Tape Version

The album is split in two, due to the title – three tracks based on „Glen“ and three tracks on „Precipice“. Basically all songs are instrumental music, which is very likeable. That way the listener has got more chance to focus on the instruments. In my opinion vocals would not fit quite well in this master plan. Melodies are exclusively made from guitars and some minimal piano sounds. Furthermore you’ll recognize that all songs are similiar, but never monotonous. It’s recommended to take the time, for absorbing every single nuance of it. Suspense is strengthened through wonderful riffs, targeted drumming and frequent changes of speed. It’s like you’re wandering on Wheeler Mountain in Colorado (which is also shown on the cover) and you don’t know what is waiting for you after the next rocky curve. Maybe boulders? A steep slope? Or just a mountain goat, stepping from one foot to another?

One-man-band Deafest is the best evidence, that it’s not necessary to use vocals as further element in music. I think the instruments are building up those mountain landscapes much better without human „screaming“. Maybe now you’ve become curious about RMBM? Well, give „When the Mountain Crumbles“ a shot.