Delirium – Urkraft

Delirium - Urkraft

Und da ist es endlich! Das von Kennern lang erwartete zweite Vollalbum! Delirium präsentieren euch nun „Urkraft“! Wer die fränkische Horde um Frontmann Manuel bereits live gesehen hat, der weiß, dass der Name des Silberlings Programm ist. Stolz und stark kommen Delirium daher und spielen ihren Pagan Metal mit Überzeugung und Inbrunst, wo sich einige gestandene Größen die ein oder andere Scheibe an Ernsthaftigkeit und Authenzität abschneiden können.

Was 2006 als roher Death Metal begann, entwickelte sich nach und nach immer weiter und entdeckte neue Möglichkeiten wie eine abwechslungsreichere Klangwelt, so dass heute viele Einflüsse bei dem Quintett zu finden sind. Ein Gemisch von Black und Pagan Metal bis hin zu rocklastigen Gitarrenriffs prägen mittlerweile Deliriums ganz eigenen Stil mit traditionellen, typisch fränkischen Anleihen à la Thy Wicked. Nach dem 2011er Erstling „Frankenblut“ erschien am 12.04.2019, ganze 8 Jahre und zwei EPs später, „Urkraft“ über MDD Records.

Den Unterschied zum Debüt merk man hier enorm! Das große Thema sind diesmal regionale Sagen und Mythen, die teilweise sogar in Mundart vorgetragen werden. Das einzige Lied was davon abweicht, ist seltsamerweise der Titeltrack „Urkraft“, welcher mein Heidenblut ganz besonders zum Kochen bringt. Die 8 Tracks, mit einer Gesamtspielzeit von knapp 37 Minuten, bewegen sich zum Großteil im Mid-Tempo, wobei es immer mal ein paar Ausraster gibt, die das Ganze ordentlich vorantreiben. Mit einem sehr starken Manu am Mikro, zwei kreativen Gitarristen, einem röhrenden Basser und einem unaufhaltsamen Rhinozeros an der Schießbude, könnte das Album meiner Meinung nach eine Art Durchbruch bzw. ein großer Schritt nach oben für Delirium in der deutschen Pagan-Metal-Szene werden!

Natürlich gibt es hier und da ein paar kleinere Anmerkungen zu machen, was in Zukunft vielleicht verbesserungswürdig wäre, und das ist in diesem Fall schlichtweg die Aufmachung der CD. Natürlich ist das alles Geschmackssache, aber ich würde mir einfach ein schöner umgesetztes Artwork wünschen. Das Frontcover stellt einen fragwürdigen Barbarenkrieger dar, welcher irgendwie nichts mit der Thematik auf dem Album (und vielleicht auch nicht mit dem Konzept der Band) zu tun hat. Dazu wirkt er (graphisch gesehen) krampfhaft in seine schattige Waldumwelt reingeschnitten.

Nichtsdestotrotz, „Urkraft“ ist ein solides und mächtiges Album, welches immer besser wird, je öfter man es hört, und ich hoffe darauf die Jungs bald mal wieder live sehen zu können. Ich für meinen Teil werde die Scheibe gleich noch einmal einlegen und dann in meinem CD-Regal direkt neben Thy Wicked einsortieren.