Disposable – Life Misguided

Disposable - Life Misguided

Hier ist sie nun, die zweite Attacke der von mir favorisierten Thrashy Beastie Boys aus Schottland! Es ist zwar nur eine kleine EP mit vier Songs daraus geworden, aber jeder der Songs ist ein verdammt schneller und bis zum Anschlag geladener Gefühlsausbruch, der dich, ja genau DICH, jedes Mal voll und zielgenau mitten auf die Fresse trifft! Die mitreißende und unbändige Energie der noch recht blutjungen Schotten, welche auch schon das Debüt „At the Foot of the World“ äußerst positiv auszeichnete, ist hier wirklich überall, in jedem Ton, in jedem Riff, in jedem Beat, in jedem Solo und in jedem Shout spürbar. Bei derartigem massiven Lauschangriff fängt der Körper von ganz alleine zu zucken an – aber auf so eine angenehm-thrashige Art und Weise lässt man sich doch gerne fremdkontrollieren. Genau so und nicht anders muss sich eine gepflegte musikalische Abreibung anhören!

Schon der erste Track „Scar my Eyes“ ist extrem riffig-bissig und lässt keinen Stein auf dem anderen stehen. „Web of Fear“ ist dagegen etwas Disposable-untypisch, würde ich jetzt mal behaupten, geben die vier Jungs hier gemeinsam einen recht melodiösen Refrain zum Besten. Und auch wenn dabei nicht jedes Tönchen perfekt getroffen wird: In diesem Song wurde ebenfalls die pure Lebensessenz vertont! Die permanente Spielfreude ist den Jungs natürlich auch in der zweiten Hälfte, bestehend aus dem fetzigen und großartigen „Misery“ und dem hier und da an Death Metal angelehnten „Shatter“ anzumerken, und das trotz solcher Zeilen wie „I regret my life“, welche doch mit recht negativer Bedeutung voll gesaugt sind. Da in dem schmalen Digipak leider keine Texte zum Nachlesen abgedruckt wurden, werde ich Sänger und Bassisten William wohl doch noch zwecks Klärung der Songinhalte wie des EP-Titels auf die Pelle rücken müssen.

Im Vergleich zu dem schon sehr guten Erstling haben Disosable bei „Life Misguided“ definitiv noch eine ganze Schippe draufgelegt. Deshalb kann ich an dieser Stelle dem englischen Kollegen von Metaltalk nur beipflichten, wenn er behauptet: „Absolutely immense from start to finish – four musicians, four songs, seventeen minutes and one must-have EP for any self-respecting thrash fan.“ Das ist eine klare und unmissverständliche Aussage, der ich nichts mehr hinzuzufügen habe.