Da ist sie nun, die neue Fimbulvet-Veröffentlichung „Heidenherz“. Entgegen dem neuen Titel, handelt es sich hierbei aber um kein neues Material der Thüringer, sondern um eine Neuauflage der ersten beiden, bereits vergriffenen Fimbulvet-Alben „Ewiger Winter“ und „Der Ruf in goldene Hallen“. Diese in einem schicken Digipak daherkommende Compilation wird noch zusätzlich um 4 Bonus-Tracks ergänzt, die jedoch, entgegen meiner ursprünglichen Annahme, nur Neueinspielungen beliebter Songs sind.
Steh für deine Ideale
In dir pulsiert das Heidenherz
In deinen Adern fließt der Ahnen Blut
Gewiss habt ihr der Asen Segen
Sie vertrauen auf euer Tun
Das Heidentum
Wie dem auch sei, wer sich selbst als Pagan Metaller ansieht, Fimbulvet aber nicht kennt, der sollte sich augenblicklich diese beiden schön zurechtgemachten und schonend aufgewärmten Alben zulegen. Songs wie „Walvaters Pfand“ und „Wälderritt“ (beide vom ersten Album und zusätzlich neu rerecorded) sowie „Schwert aus Stein“ und „Heidenherz“ (beide vom zweiten Album, erstgenannter neu rerecorded, der zweitgenannte als Akustikversion aufgenommen) sind hochprozentige Garanten für einen Heidenspaß beim Hören. Dies gilt vor allem für das komplette zweite Album „Der Ruf in goldene Hallen“, welches eine viel größere Hit-Dichte als das Debüt aufweist. Die starken Melodien von „Helias Bann“ und auch „Klang des Waldes“ (meine persönlichen Favoriten) haben sich auf Anhieb, nachdem ich mir das Album im Jahre 2008 zugelegt habe, für immer in mein Heidenherz eingebrannt. Und das sogar trotz der hier und da ersichtlicher Unvollkommenheit der damals noch sehr jungen Band, was viele Kritiker bemängelten. Mir war es aber schon zu dieser Zeit ziemlich egal, was irgendwelche Experten so von sich gaben, denn meiner Meinung nach kommt es vor allem aufs Gefühl beim Musikhören an. Und von diesem ist bei Fimbulvet stets reichlich vorhanden. Zu alldem macht ein gewisser Grad an Imperfektion eine Sache doch gerade erst authentisch, oder nicht?
Lange Rede, kurzer Sinn: Mit dieser Compilation hält man ein Qualitätsprodukt mit dem leider immer seltener gewordenen und vom Aussterben bedrohten Siegel „Made in Germany“ in den Händen. Aus diesem Grund direkt holen, bevor die Chinesen auch noch anfangen den thüringischen Pagan Metal zu kopieren! Dieses Jahr standen die Oktoberfest-Zelte ja auch schon am Gelben Fluss…
