Finis Omnivm – Cercle

Finis Omnivm - Cercle

Finis Omnivm ist eine vierköpfige Band aus Paris, die mit „Cercle“ drei Songs auf einer EP vereint und insgesamt etwas mehr als 35 Minuten in die knapp bemessene Song-Anzahl einbettet. Entsprechend gemächlich kriecht das elfminütige „The Womb“ auf der Hörer zu. Nach einem atmosphärischen Intro folgt ein Mantra-artiges Riff, nach wie vor in Slow Motion, befeuert vom eindringlichen Schreien des Vokalisten J.B, der auch eine der beiden Gitarren der Band spielt. Nach fünfeinhalb Minuten prescht die Band dann nach vorne und präsentiert zeitgemäßen, intensiven Black Metal. Auch wenn der Song nicht so recht auf den Punkt kommen will, der eigenwillige, transparente Mix, der durchdringende Bass und die spielerische Präzision wissen zu gefallen.

„The Great Destroyer“ beginnt mit einem leicht dissonanten Riff und steigert sich abermals behutsam, hier allerdings zum Takt des Schlagzeugs. Schnelle, wütende, nahezu punkige Passagen wechseln sich mit eindringlichen Sludge-Parts ab, der Song wirkt zwingender und beharrlicher und erzeugt ein insgesamt eher unwohliges Gefühl, von dem man nicht ablassen kann. Hier sind gewisse Nähen zu Au-Dessus nicht zu leugnen. Bei „The Empty Gem“ nutzt sich die Masche des „langsamen Intros und dann auf die Fresse“ nun erstmals ab. Die Vocals werden teils cleaner, hier und da mahnen die Gitarristen mit schnellen Tremolo-Picking-Riffs aber an, dass wir immer noch im bitterbösen Black Metal unterwegs sind.

In Summe wirken die Songs aber wenig fokussiert und abwechslungsreich. Eine Reduktion auf das Wesentliche vermisse ich genauso wie das Ausspielen der Stärken der Band. Dennoch ist „Cercle“ eine schöne und im Rahmen ihres Genres abwechslungsreiche EP geworden. Finis Omnivm verstehen sich auf modernen, stimmungsvollen Black Metal. Um ein paar progressivere Elemente und gefälligere Melodien erweitert, hätte der transparente Sound sicher das Zeug, der Band ein Alleinstellungsmerkmal zu verpassen, um sich mit Größen wie Der Weg einer Freiheit oder auch Au-Dessus auf eine Stufe stellen zu können. So bleibt „Cercle“ aber nur ein gutes und kurzweiliges Vergnügen für Black-Metal-Enthusiasten, die es kalt, entrückt und bei Zeiten dissonant mögen.