Stryvigor sind noch eine recht junge Band, die erst im Herbst 2012 in der ukrainischen Stadt Khmelnytskyi (keine Ahnung wie das gesprochen wird) gegründet wurde. Stilistisch bieten sie uns hier eine ordentliche Portion Atmospheric Black Metal. Auch wenn ich kein Fan von Schubladendenken bin, kann ich das hier hundertprozentig „schubladisieren“.
Der Bandname selbst ist die Bezeichnung eines Flusses, welcher durch die Karpaten verläuft und der für die Band eine spirituelle Bedeutung hat. Lyrisch behandeln Stryvigor deshalb Themen wie endlose Weiten, tiefe Wälder und schneebesetzte Landschaften. Schon das 4-minütige Intro besticht mit seiner winterlich nächtlichen Atmosphäre (welches mich stark an Draumar oder Vinterriket erinnert) und Eulengezwitscher.
Auch wenn die Texte in ukrainischer Sprache verfasst sind (es gibt glücklicherweise die englische Übersetzung im Booklet), klingt die Stimme von Sänger „Dusk“ wahrlich stark und kühn. Stryvigor trumpfen mit einem super Riffing und Melodien, die dazu verleiten die Scheibe wieder und wieder rotieren zu lassen. Mir gefällt vor allen Dingen der Einschub von dezenten Synths, wie man sie z. B. bei „Pagan Reign“ finden kann und die eine definitive Zugehörigkeit zur Black-Metal-Szene des Ostens (Ukraine, Russland) erkennen lassen. Einen Anspieltipp nenne ich hier bewusst nicht, da „Forgotten by Ages“ sowieso ziemlich rasch durch den Player gerattert ist. Die halbe Stunde eurer Mittagspause wäre somit sinnvoll genutzt! Für Fans von Drudkh, Elderwind und Khors kann ich hier ein definitives „Must have“ aussprechen.
(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #9, Mai 2015)
