Kauan – Muistumia

Kauan - Muistumia

Von wegen alte Kamellen: Es mag sein, dass Kauan auf ihrem 2014´er-Werk „Muistumia“ lediglich Stücke aus ihrer Band-Vergangenheit musikalisch aufarbeiten – das heißt aber nicht, dass sie dabei eine schlechte Figur machen. Man kann von dieser Art des „Recyclings“ denken was man will, Kauan bieten auf dem mit einem winterlich verschneiten Wald verzierten Album fast eine Stunde abwechslungsreiches Programm mit einem Hauch von Doom. Warum nur ein Hauch? So schwer wie es einem bereits die Vorgängeralben der Band machen, ist auch „Muistumia“ genretechnisch etwas kompliziert einzuordnen. Post, Folk oder Doom, wenn man gewillt ist, kann man von alledem ein wenig entdecken. Wenn man nicht will, kann man die Musik auch einfach genießen.

Da „Muistumia“ – wie gesagt – ein bisschen was aus der Mottenkiste der Band kramt, dürfen die Stücke auch ein bisschen härter sein als das, was man heutzutage von der Truppe gewohnt ist. Wobei „ein bisschen härter“ die Sache ganz gut auf den Punkt bringt: Wildes Geknüppel und Growlgewitter wird man hier nicht finden. Stattdessen eine Mischung aus folkig unterlegtem Doom Metal, der ziemlich oft mit klaren Gesangspassagen aufwartet und sich stellenweise auch traut elektronische Elemente mit einzuspielen. Das klingt allerdings merkwürdiger als es eigentlich ist. „Muistumia“ ist kein zweifelhaftes Experimentalwerk, sondern ein erfrischender Rückblick in die Geschichte der Band. Lediglich das Eingangsstück des Albums „Unsoi“ ist völlig neu – aber harmonisch auf den Rest der Scheibe abgestimmt.

Besonders angetan haben es mir das sechsminütige, mit Violinenspiel gespickte „Sumun Syleily“, das winterlich-wütend klingende „Lumikuuro“ oder das durch Klavier und Akustikgitarren eingeleitete „Äidin Laulu“ um nur ein paar der Leckerbissen dieses Albums hervorzuheben.

(Foto: © Kauan)