Mesarthim – Presence

Mesarthim - Presence

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob sich die neue EP des australischen Projekts Mesarthim für eine Rezension eignet. Denn eines sollte den Hörerinnen und Hörern dieser kurzen Scheibe im Voraus klar sein: Neben düsteren Elementen aus dem Bereich des atmosphärischen Black Metals gibt es hier auch eine gehörige Portion psychedelischer Astro-Klänge mit New-Age-Feeling. Ich habe mich letzten Endes doch dazu entschieden, ein paar Zeilen zu den drei Songs von „Presence“ zu verlieren.

Wer die anderen Werke von Mesarthim kennt, der wird den bekannten Stil auch auf „Presence“ nicht vermissen. Dennoch kann die EP nicht verbergen, dass sie sich noch einen Schritt weiter in den Bereich des Experimentellen wagt, dabei aber auch den Weg konsequent fortsetzt, welcher bereits mit dem Album „Absence“ (richtigerweise in Morsezeichen „.- -… … . -. -.-. .“ geschrieben) beschritten wurde. Vielleicht liegt das daran, dass man auf einer kurzen Scheibe eher mal was wagen und ausprobieren kann, als auf einem kompletten Album. Immerhin scheint das eine beliebte Praktik von Mesarthim zu sein, wenn man die Zahl der veröffentlichten EPs in den letzten Jahren betrachtet. Vielleicht ist es aber auch der Ausblick auf kommende Werke?

Lässt man sich auf „Presence“ ein, sollte man definitiv auch elektronischen Elementen in der Musik nicht abgeneigt sein. Das heißt jetzt nicht, dass man hier mit irgendwelchen Einspielungen im Stil von DJ-Club-Musik rechnen muss. Es sind viel mehr spacige Klänge und gekonnte Keyboard-Melodien, die – ja! – sehr gut zum Konzept von Mesarthim passen. Man sollte der EP auch einen Moment Zeit geben ihr Potenzial zu verbreiten. Zugegeben, „Eschaton Part I“ zeigt noch nicht viel, was ein Gefühl von Metal verbreitet. „Eschaton Part II“ legt hier wesentlich mehr Härte an den Tag und wirkt auch Mesarthim-typischer. Fans des „echten“ Black Metals werden aber wahrscheinlich auch hier verzweifelt den Kopf schütteln. Wer jedoch das eine oder andere Blackgaze-Album in seiner Playlist hat, der dürfte an „Presence“ seinen Gefallen finden. Während der Eschaton-Zweiteiler vor allem in der zweiten Hälfte überzeugt und gute Melodien, die gleich ins Ohr gehen, bietet, ist das letzte und titelgebende Stück „Presence“ ein durchwachsenes Werk, dem man ebenfalls seine (Black-Metal-)Zugehörigkeit erst entlocken muss. Gibt man dem Stück ein paar Minuten, stößt man jedoch unweigerlich auf raue Gitarren und keifenden Gesang.

Die Hochzeit der Musikrichtungen, welche die EP „Presence“ darstellt, mag manch einem zu gewagt oder experimentell wirken. Hier findet allerdings kein halbgarer Versuch statt, zwei eigentlich gegensätzliche Musikwelten zu verbinden: Die raue und kalte Welt des atmosphärischen Black Metals bzw. des Blackgaze mit der sanften, beinahe schon verspielten Leichtigkeit elektronischer Musik. Die Hochzeit gelingt – und wirkt in keinster Weise gekünstelt oder erzwungen. Auch wenn ich die ersten Hördurchläufe ein wenig verstörend fand, hat „Presence“ doch seinen Weg in meine Ohren gefunden und dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Selbst wenn dies der neue Stil von Mesarthim werden sollte, sage ich: Immer her damit!


I have thought a long time about whether the new EP of the Australian project Mesarthim is suitable for a review or not. Because one thing should be clear to the listener of this short disc: In addition to the gloomy elements of atmospheric black metal, there is also a good dose of psychedelic astro sounds with a kind of new age feeling. I finally decided to write a few lines about the three songs on „Presence“.

He, who knows the other works of Mesarthim, will not miss the well-known style of this project. Nevertheless this EP can’t conceal the fact that it dares to go a step further into the realm of the experimental, but it also consistently continues the way which began on the album „Absence“ (correctly in Morse code entitled as „.- -… … . -. -.-. .“). Perhaps this is, because you can try more things on a short disc than on a complete album, which is a practice that Mesarthim often seems to follow. Or will this be the way the music of Mesarthim will sound on future works?

If you listen to „Presence“, you should definitely not be averse to electronic elements in music. This does not mean that you have to reckon with some kind of recordings in the style of DJ club music. The tunes on „Presence“ are more of the spacy kind with good keyboard melodies, which fit very well to the concept of Mesarthim. You should also give this EP a few moments to spread its potential. While listening to the first track „Eschaton Part I“ you honestly have to admit that there are just a few moments which sound like real metal. It is „Eschaton Part II“ which shows more hardness and typical black metal elements – although I doubt that this could convince fans of „real“ black metal. However, if you have some blackgaze albums in your playlist, you should be pleased with „Presence“. While the two-piece-song „Eschaton“ convinces especially in the second half and offers good melodies, that are really catchy, the last and title-giving song „Presence“ is a mixed work, which also has to elicit its harder elements. If you give this piece a few minutes, you will inevitably encounter rough guitars and chasing vocals to please your ears.

The wedding of musical genres on this EP may seem too daring or too exotic for some listeners. But this is not a half-hearted attempt to combine two really contradictory worlds of music: The rough and cold world of atmospheric black metal or blackgaze with the gentle, almost playful ease of electronic music. This wedding succeeds – and in no way contrasts or enforces. Even if I think the first listening passage is a bit disturbing, I like „Presence“ and it left a lasting impression. If this will be the new style of Mesarthim, I would say: Give me more!