Show Me A Dinosaur – Show Me A Dinosaur

Show Me A Dinosaur

Die Dinos sind los und sorgen nicht nur im Jurassic Park für zähnefletschende Action. Show Me A Dinosaur aus dem frostigen St. Petersburg präsentieren mit ihrem gleichnamigen Album einen rasanten Ritt auf dem Rücken eines wilden Raptors, der zwischendurch jedoch auch genug Pausen zum Verschnaufen einlegt. Durch gleich mehrere atmosphärische Musikstile sowohl härterer als auch seichterer Gangart – von Anleihen im Post- und Black Metal sowie Post-Rock über sanftere Auszüge aus diversen Gaze-Stilrichtungen und atmosphärischen Metal-Genres – geht die Reise auf dem zweiten Langspieler der Truppe. Dabei sollte man sich nicht von den sanften Pastelltönen auf dem Cover und seinem asiatisch anmutenden Schriftzug beirren lassen: Bereits der Opener des Albums explodiert mit kreischender Verzweiflung und rasantem Schlagzeug.

Der stimmliche Stil vom Album-Eröffner „Rakev“ ist es auch, der die Scheibe mit seiner vor geschriener Verzweiflung triefenden Art auf weiten Strecken dominiert und dabei was das angeht leider wenig Abwechslung bietet. Ich persönlich finde zwar, dass dies der Gesamtqualität keinen Abbruch tut, aber ein wenig mehr Stimmlagen hätten dem Werk auch nicht geschadet. Ihre wahren Stärken zeigen Show Me A Dinosaur, wie ich finde, immer dann, wenn das Album ruhigere Töne anschlägt. Dann treten vor allem die Shoe- und Blackgaze-Elemente in den Vordergrund, wie man beispielsweise an den Instrumentalstücken „Ochag“ und „Hearth“ oder dem vergleichsweise langsamen „Lights“ hören kann. Insgesamt trifft man selten auf Alben, die sich in ihrer stilistischen Richtung so uneins, dabei aber gleichzeitig so stimmig sind. Show Me A Dinosaur mögen nicht die perfekteste Arbeit abliefern, erledigen ihren Job aber so bestechend gut, dass sie einen bleibenden Eindruck in meinen Gehörgängen zurücklassen. Es sind vor allem die bereits genannten instrumentalen Stücke, die öfters ihren Weg in meine Playlists finden. Aber auch das Stimmungs-Hoch-und-Tief in „Vijuga“ oder der geniale Albumsabschluss „Wojna“ sind absolut hörenswert.