Die erste Aufnahme von Skognatt, einem weiteren Projekt von Danijel Zambo, welcher sich mit seinen akustischen und waldigen Klängen auch am Rande des Metalversums einen sehr guten Ruf erspielte, ist bereits seit Mai dieses Jahres auf Bandcamp zu haben. Da dort nun auch schon das nächste Lebenszeichen von Skognatt vernommen werden kann, ist es allerhöchste Zeit, die Zwei-Track-EP „Landscape of Ice“ etwas genauer unter die Lupe bzw. unter den Kopfhörer zu nehmen. Zudem ist der bevorstehende Winteranbruch sowieso die beste Zeit, um eiskalten schwarzmetallischen Ausbrüchen zu lauschen. Eben solche sind nämlich auch auf diese beiden Songs gebannt worden.
Der Song „Winter Nights“ macht den Anfang. Nach kurzem Auftakt einiger Orgelklänge sind es vor allem das Schlagzeug, Danijels etwas heiser (wie passend) klingender Düstergesang sowie die antreibenden Synths, die ein drohendes Unheil heraufzubeschwören scheinen. Während den vielfältigen Tastentönen hierbei die Erschaffung einer kalten Grundatmosphäre anheimfällt, sorgen die wiederkehrenden rhythmischen Takte für ein bedrohliches Gefühl in der Magengegend. Und auch wenn in unserer zivilisierten Welt die winterlichen Nächte sehr viel von ihrem eigentlichen Schrecken eingebüßt haben, beim Hören dieses Songs bekommt man wieder eine ungefähre Vorstellung von der ursprünglichen und stets in unseren Herzen innewohnenden Furcht vor der kalten Jahreszeit. Die zum Schluss einsetzenden warmen Klänge einer Akustikgitarre, die plötzlich und ganz unverhofft einen kleinen Hoffnungsschimmer aufleben lassen, schaffen es jedoch diese Beklommenheit ganz zu dämpfen und dem Hörer doch noch einen guten Ausgang einer nächtlichen Winterwanderung zu suggerieren. Der anschließende Titeltrack „Landscape of Ice“ tritt natürlich in ähnliche Schneespuren wie „Winter Nights“, er setzt aber mehr auf eine gefühlvolle, wohl aber melancholisch angehauchte und von der E-Gitarre getragene Melodie, die in meinem Kopf die Vorstellung eines starken Schneetreibens heraufbeschwört. Ein für mich sehr schöner Gedanke, der den Song zu meinem Favoriten macht!
Der erste von Skognatt gesetzte Wegweiser kann somit definitiv als kleiner großer Erfolg gewertet werden, nicht nur, weil mich die beiden im Mid-Tempo gehaltenen Tracks auf Anhieb ein wenig an Aethernaeum erinnert haben, wie ich gestehen muss. Aber trotz dieses (positiven) Vergleiches, wird Danijel sicherlich keiner eine große Portion Eigenständigkeit abstreiten können. An der Stelle müsste ich jetzt eigentlich schreiben, dass ich nun sehr neugierig bin, wohin die winterliche Reise weitergehen wird. Wie aber eingangs erwähnt, ist seit Kurzem die zweite EP von Skognatt (ebenfalls auf Bandcamp) erhältlich. Und diese, mit dem Titel „Stargazer“, schlägt eine etwas andere Richtung ein… Einfach mal selbst anchecken!
