Da das neue Winterfylleth-Output erst kürzlich auf unseren grünen Seiten ausführlich von Thor vorgestellt wurde, kommt es mir nun sehr gelegen, ein wenig mit dieser Band verknüpftes und so gut wie kaum bekanntes Stück Musikgeschichte etwas bekannter machen zu dürfen. Die Rede ist von “The Piper“ aus der Feder von Speirling. Hinter diesem 2007 gegründeten und nur dieses eine Release hervorgebrachten Projekt verbirgt sich nämlich der Musiker Dan Capp (mit Unterstützung von Mark Capp am Schlagwerk), welcher sich seit 2015 bei Winterfylleth musikalisch austoben darf. Das kleine Label Ulthar Records hat das kaum beachtete Album von 2008 nun erneut in einer schicken Tape-Edition und mit neuem Artwork aufgelegt.
Zugegeben, bis vor kurzem kannte ich Speirling auch noch nicht, doch eine kurze Hörprobe reichte aus, damit ich der Musik des Pipers verfiel. Die sieben Tracks des Albums erzählen die Volkserzählung eines von der christlich geprägten und zivilisierten Gesellschaft korrumpierten und schließlich ausgestoßenen Pfeifers, welcher aus tiefster Abneigung gegen eben jene „saubere“ Gesellschaft deren Kinder mithilfe seiner Musik vom Pfad des Lichts in die Dunkelheit führt. Ein wirklich sehr passendes Thema für den Black Metal, wie ich finde. Musikalisch erwarten hier einen von Null auf Hundert eruptierende Riff-Eskapaden, die in ihrem Schallradius aber auch wirklich alles sofort niedermähen und eine echte Wohltat sowohl für die Ohren wie auch den Nacken darstellen. Die beiden anfänglichen Songs „Filthy and Cold“ und „Wrath of the Wild“ sind die perfekten Beispiele dafür. „The World Breaks“ auf Position fünf überzeugt dagegen mit einer genialen Leadgitarre sowie einer klaren wie sehr einprägsamen Gesangslinie, die man eigentlich nur als hymnenhaft bezeichnen kann. Die anderen Songs, mit Ausnahme des sechsten Tracks „Into the Blazing Abyss“, das eine reine instrumentale und die Stimmung anstachelnde Ambient-Nummer ist, bilden mehr oder weniger einen gut ausbalancierten Mix von dem eben Beschriebenen. Überdies wage ich die Hypothese aufzustellen, dass dem hier spielenden Teufelspiepser sogar ein gewisser keltisch frostiger, nach „Morbid Tales“ riechender Vibe innewohnt. Und wenn man mich fragt, dann klangen Celtic Frost sowieso nie besser als auf „Morbid Tales“. Aus diesem Grund kann ich die Aussage von Ulthar Records nur rezitieren: “The Piper“ is an overlooked gem!
