Mittlerweile gibt es sicherlich keinen einzigen Liebhaber des atmosphärischen Black Metals, dem die polnische Ausnahmeband Wędrujący Wiatr (Wandernder Wind in der deutschen Übersetzung), die in den schönen Orten Rabka-Zdrój und Olsztyn ansässig ist, nicht geläufig ist. Apropos Rabka: Mit diesem Urlaubsstädtchen verbinde ich mitunter die allerschönsten Erinnerungen meiner Kindertage. Erinnerungen an menschenleere und nebelverhangene Lichtungen voller wildwachsender Blaubeeren oder an meine einzige Begegnung mit einem Feuersalamander in der freien Wildbahn. Und auch wenn dies schon an die 30 Jahre zurückliegt, spuken diese Bilder immer noch sehr lebhaft in meinem Kopf herum, so stark wirkten diese Naturimpressionen damals auf mich. Aus diesem Grund berührt mich die Musik des wandernden Windes wohl einen winzigen Tick mehr als die meisten anderen Zuhörer, denn beim Hören der verschleierten Klänge des Duos W. und Razor werde ich jedes Mal erneut in eben jene Tage meiner Kindheit zurückversetzt. Dieses Geheimnisvolle, das, was ich als kleiner Junge damals instinktiv spürte, das, was sich nur unzureichend in Worte kleiden lässt und nur aus dem tiefsten Inneren der Seele emporsteigen und ein unbestimmtes Gefühl der Ehrerbietung hervorrufen kann, das alles ist in der Musik von Wędrujący Wiatr auch irgendwie verwoben. Die dezenten Gitarren- und Keyboard-Melodien, die einem Nebel gleich aus dem dichten Soundgeflecht hinaufsteigen, sowie die vielen eingesetzten Field Recordings wie z. B. quakende Frösche ergeben einen naturverbundenen und äußerst atmosphärischen Black Metal. Wer das Debüt wertschätzt, der wird auch „O turniach, jeziorach i nocnych szlakach“ (übersetzt „Von Bergen, Seen und nächtlichen Pfaden“) lieben. Und sollte es tatsächlich doch noch jemanden geben, der Wędrujący Wiatr nicht kennt, der sollte hier definitiv ein Ohr riskieren! Für Sympathisanten von Wolves in the Throne Room und ähnlich gelagerten Acts gilt das ebenso.
Certainly by now there isn’t any lover of atmospheric black metal, who hasn’t heard about the exceptional Polish band Wędrujący Wiatr (meaning Wandering Wind) from the beautiful places named Rabka-Zdrój and Olsztyn. Apropos Rabka: With this holiday village I link the most beautiful memories of my childhood days. Memories of misty glades without humans, full of wild-growing blueberries or my only encounter with a fire salamander in wildness. And even if it’s already 30 years ago, these pictures are still present in my head, because of these strong natural impressions at that time. For this reason the music of Wędrujący Wiatr touches me more than most other listeners, because when listening to the shrouded sounds of the duo W. and Razor, I am set back over and over again in those days of my childhood. This mysterious thing, which I had instinctively felt as a little boy at that time, can not be dressed in words adequately and can only rise from the depths of the soul and brings forth an undefined sense of awe – this all is woven somehow in the music of Wędrujący Wiatr. The subtle guitar and keyboard melodies, rising like fog from dense sound netting, as well as many field recordings, such as croaking frogs, are creating natural and extremely atmospheric black metal. Whoever appreciates the debut will also love „O turniach, jeziorach i nocnych szlakach“ (translated to „Of mountains, lakes and nightly paths“). And if there is still someone who does not know Wędrujący Wiatr, he should definitely give it a try! This also applies to sympathizers of Wolves in the Throne Room and similar acts.
